Der Pferde-Zirkel
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Woran erkennt der Laie einen pferdegerechten Stall

 

 

Wenn Sie einen pferdegerechten Stall suchen oder einen Neubau planen, sollten Sie ein paar Dingen unbedingt Beachtung schenken, die für Sie und Ihr Pferd lebenswichtig sein können. Sie brauchen hierzu kein Spezialist zu sein, sondern benötigen hierzu lediglich einen Zollstock und ein gutes Auge.


 

Größe


Zunächst einmal müssen Sie die Box vermessen. Sie sollte

auf keinen Fall 9 qm unterschreiten. Das Maß wäre hierbei 3,00 x 3,00 m. Die Box kann aber auch z. B. 2,80 x 3,20 m sein. Sollten die Boxen größer als 9 qm sein, ist dieser Stall schon einmal annehmbar. Laut der neuen Richtlinien für den Pferdestallbau wird schon 3,00 x 3,50 m angegeben.

Lassen Sie sich nichts erzählen von Stallbesitzern, die sagen, dass in die Boxen unter 9 qm nur kleine Pferde eingestellt werden. Ein unseriöser Pensionsstall würde bei Platzmangel auch mal die großen Pferde in die viel zu kleinen Boxen stellen.


Höhe

Die Höhe der Boxen sollten mind. 2,20 m betragen. Dies ist das Maß für Standardboxen. Hierbei sollte die Holzhöhe 1,20 m und die Gitterhöhe 1,00 m sein. Die Schlaghöhe der Pferde liegt meist im Bereich von 1,20 m und ist somit ausreichend.

Vorsicht bei Matratzenstreu! Hierbei verringert sich die Holzhöhe und die Pferde können leicht gegen das Gitter treten.

Schön ist die Entwicklung von Boxen ohne Gitter, aber Vorsicht in Pensionsställen. Die Pferde müssen sich schon verstehen, sonst sind Bisswunden an der Tagesordnung. Hierbei sollte die Holzhöhe mind. 1,30 m betragen, damit die Pferde genügend Respekt haben und nicht darüber springen. Auch sollte in dem Fall die Boxenbreite Mind. 4,00 m sein, damit sich das Pferd notfalls vor den Zähnen des Nachbarn in Sicherheit bringen kann.


Gitter

Die angeschweißten Gitterstäbe können Sie für einen Pferdeboxencheck nicht durchsägen, aber an dieser Stelle hierfür ein paar einfache Überprüfungstricks!  
Es muss sich um ein Rohr oder Vollmaterial handeln. Auf keinen Fall darf das Gitter aus einem dünnen Stabstahl bestehen.

Das Rohr selbst sollte eine Breite von mindestens einen halben Zoll oder 22 mm betragen. Das lichte Maß zwischen den Gittern darf nicht mehr als 55 mm sein. Bei Quergittern liegt der Abstand bei 300 mm.

Jetzt schauen Sie sich genau die Schweißnaht vom Rohrende oben und unten an. Ist eine Schweißnaht zu sehen, so handelt es sich um ein aufgesetztes Rohr, dass nur von außen aufgeheftet wurde. Hier können Problem auftreten! Das Pferd schlägt gegen das aufgesetzte Rohr und schafft es, dieses Rohr aus seiner Verschweißung zu reißen.

Die Folge: Das Rohr wird nach außen weggedrückt und das Pferd bleibt mit dem Bein darin hängen.

Fachmännisch richtig ist es, wenn Sie die Schweißnaht nicht sehen können. Dann ist das Eisen, worauf das Rohr steht, vorgelocht und das Rohr 5 mm tief eingesetzt und von unten verschweißt. So bleibt das Rohr trotz mechanischer Kraft fest und kann sich nur noch leicht verbiegen.

Schauen Sie sich um. Sind die Rohre schon teilweise verbogen aber die Schweißnaht ist korrekt? Dann stimmt vielleicht die Rohrstärke nicht. Die Rohrwandstärke darf nicht unter 2 mm liegen und muss ein sogenanntes Nahtloses Präzisionsrohr sein.

Dies ist der Fachbegriff für das Rohr, das im Pferdestallbau verwendet wird. In einem fertigen Stall ist dies aber leider nicht zu prüfen, interessiert aber vielleicht denjenigen, der sich gerade einen Stall liefern lassen will.




 

Holz

Wenn es sich um Hartholz handelt, sollte das Holz eine

Dicke von 28 mm nicht unterschreiten. Handelt es sich um

ein Weichholz, muss das Holz mindestens doppelt so dick

sein. Es sollte selbstverständlich gehobelt sein und ordentlich in die Eisenprofile passen. Sie dürfen nicht wandern und müssen geschlossen und fest im Eisenprofil stecken.


Die meist verwendeten Holzarten und auch die Haltbarsten sind Bongossi, Thali und Massaranduba. Die Bäume der entsprechenden Hölzer sollten aus kontrolliertem Anbau sein. Dies wäre wünschenswert, aber man bekommt relativ leicht ein Zertifikat ausgestellt. Papier ist geduldig und man kann es nicht nachprüfen. Deshalb gibt es keine Garantie.


Diese Hölzer haben eine ganz feine Maserung, haben keine Astlöcher und sind meistens rot. Auch hier gibt es Ausnahmen. Faustregel: Je heller das Holz desto weicher ist es.


Machen Sie den Fingernageltest. Hartholz ist so hart, dass Sie keine oder nur ganz schwer eine Rille kerben können. Bei Weichholz dagegen ist es ganz einfach. Oder liegt irgendwo ein Stück Holz herum? Legen Sie es ins Wasser, Hartholz schwimmt nicht!



 

 

 

Wie ist Holz überhaupt von so großer Wichtigkeit?

Je weicher das Holz, desto schneller fangen die Pferde an, es anzunagen.


Weist der Stall schon angefressene Bretter, tiefe Rillen und Furchen oder womöglich schon Löcher auf? Finger weg! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Pferde sich an diesen Lücken verletzen. Als Hartholz werden auch gerne Eiche und Buche hier in Europa bezeichnet. Tatsächlich ist es für europäische Verhältnisse ein Hartholz, übersteht aber die Pferdezähne nicht. Weichholz übersteht manchmal nicht mal ein Jahr. Pferde können hierbei zu richtigen Bibern mutieren.

Die nächste Gefahr geht wieder einmal, wie bei den Gittern, von der Schlagkraft des Pferdes aus. Weichholz kann das Pferd viel leichter durchschlagen als Hartholz. Deshalb muss bei der Verwendung von Weichholz die Materialstärke berücksichtigt werden. Wurde Weichholz verwendet, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, das nicht bei einem Fachbetrieb gekauft worden ist, sondern jemand im Dorf o. ä. hat Pferdeboxen gebaut, die nicht der FN-Norm entsprechen. Bei diesen Boxen häufen sich dann die vorgenannten Fehler meist auch.

Nun versuchen Sie einmal die Bretter auseinander zu schieben. Gelingt es? - Sind die Bretter mit Nut- und Feder versehen, d.h. auf der einen Seite eine dünne Ausbuchtung und auf der anderen Seite die Einkerbung? Sehr gut. Wieder ein Pluspunkt. Allerdings sollten die Bretter eigentlich fest im Eisenprofil stecken, um den Bibern unter den Pferden keine Angriffsfläche zu bieten.  Holz ohne Nut- und Feder? Finger weg, hier handelt es sich wieder um Marke Eigenbau.


 


Türen

Die lichte Durchgangsbreite der Tür muss mindestens 1,20 m betragen, damit das Pferd ohne Probleme ein- und ausgehen kann. Schiebe- oder Drehtür ist egal und Geschmackssache, nur muss auf jeden Fall die Tür ganz aufgehen.

Drehtüren stehen meistens im Gang herum und behindern den reibungslosen Ablauf. Die Schiebetür sollte leicht zu öffnen sein, aber bitte nur durch die Person und nicht durch das Pferd. Sind an einigen Boxen Ketten oder Strohbänder zum Verschließen angebracht, besteht das Risiko des Ausbrechens der Pferde.

Der Türverschluss sollte sicher und funktional sein und man darf sich dabei nicht die Finger einklemmen.

Schauen Sie nach oben und betrachten Sie die dazugehörige Laufschiene. Die Schiebetür muss an zwei Stellen in der Laufschiene hängen. Die Laufschiene sollte mind. 40 mm breit sein, darunter ist sie einfach zu schwach um den täglichen Belastungen standzuhalten. Die Rollen, die in der Schiene hin- und herlaufen, sollten kugelgelagert sein und mindestens 4 Rollen haben, also insgesamt 8 Rollen.

Die meisten Hersteller versuchen dort zu sparen, da der Kunde es nicht sieht und nehmen nur 2 Rollen. Dies hat zur Folge, dass die Schiebetür nicht sanft läuft, sondern ruckelt, hängen bleibt oder sich sogar verkantet, wenn das Pferd einmal dagegen tritt. Sie darf auf gar keinen Fall herausfallen können und muss auch am Boden fest stabilisiert sein. Ziehen Sie ruhig mal an der Tür. Sie darf keinen Spielraum haben, auch damit das Bein des Pferdes nicht im Türzwischenraum hängen bleiben kann.


Tränken

Die Tränke sollte sauber sein und das Wasser sollte bei leichtem Druck herauslaufen. Sie sollte schlagfest sein, d. h. wenn das Pferd dagegen tritt, darf Sie nicht brechen.

Schauen Sie sich das Wasser an, ist es sauber oder ist es irgendwie verfärbt oder muffig? Achtung Kolikgefahr! Wackelt die Tränke, oder ist sie fest an die Wand geschraubt. Sind die Leitungen zur Tränke beschädigt oder lose?

Beheizte Tränken sind im Winter ein Segen.


Futtertrog


Schauen Sie sich den montierten Trog einmal genau an. Können die Pferde in alle Ecken fressen? Sind die Ecken gerundet? Hält der Trog es aus, wenn Sie sich darauf setzen? Rostet der Trog schon leise vor sich hin? Sind scharfe Kanten im Trog zu fühlen?
Eine Ablassschraube um den Trog auch mit Wasser einmal gründlich reinigen zu können wäre bei allen Trögen wünschenswert, aber nicht notwendig.

Futtertröge werden aus unterschiedlichen Materialien angeboten und haben völlig verschiedene Formen. Hier ist es nicht leicht, den richtigen zu finden.  - Ob Kunststoff, Blech, Stahl oder Edelstahl, meist ist es die persönliche Erfahrung und der Geschmack entscheidend.


Allgemeines

Der Abstand der Box vom Fußboden darf nicht höher als 5 cm sein, sollten Fohlen oder kleine Pferde in so einer Box stehen, so darf der Abstand höchstens 3 cm betragen. Schauen Sie nochmals, ob die Box in der Waage steht oder ob Sie schon windschief nur noch an 2 Schrauben hängt.

Ruckeln oder treten Sie deshalb ruhig gegen die Wände, ihr Pferd wird es auch tun.
 
Die Eisenprofile zur Holzaufnahme sollten  möglichst gerundete Kanten haben, damit sich die Pferde nicht am Kopf verletzen wenn Sie den Kopf hochheben. Gehen Sie mit ihrem Finger am Profil entlang, wenn Sie sich schneiden, schneidet sich das Pferd früher oder später garantiert oberhalb des Auges in die Haut.

Sollte die Vorderwand eine Klappe für das Pferd ,zum Herausschauen auf die Stallgasse, haben ist das ein großes Plus. Schauen Sie hier im offenen und geschlossenen Zustand nach scharfen Stellen und überstehenden Schrauben.

Sollte dann noch ein Außenfenster vorhanden sein, damit das Pferd nach draußen blicken, Licht bekommt und frische Luft schnuppern kann, noch ein großes Plus. Schauen Sie auch dort nach scharfen Kanten. Achtung! Unter gar keinen Umständen darf in der Nähe von Pferden Glas verwendet werden. Die Fenster sollten mit Acrylscheiben ausgestattet sein, welches nochmals mit einem Gitter gesichert ist. Dieses Gitter sollte herausnehmbar sein, damit man mal die Acrylscheibe putzen kann. Wenn das Fenster geöffnet ist, muss es mit einem sogenannten Sturmhaken befestigt werden. Wie der Name schon sagt, könnte sonst bei Sturm das Fenster ungewollt zufliegen. Der Griff oder ähnliches zur Öffnung des Fensters muss so ausgestattet sein, dass das Pferd nicht mit dem Halfter hängen bleiben kann.

Abschließend sei noch zu sagen, dass der Stall selbstverständlich feuerverzinkt sein sollte und keine Roststellen aufweisen sollte. Keine Schrauben oder Nägel dürfen irgendwie überstehen oder herausschauen. Alle Beschläge müssen nachstellbar sein, damit Sie nicht irgendwann leiern und nicht mehr schließen.  



Martin Hanke
Pferdestalltechnik u.G.

Bosdorfer Str. 7
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